Broschüre

Hintergründiges zu Repression und Recht auf Protest findet Ihr in unserer Broschüre.

Banner

Für alle, die auf ihren Internetseiten für uns Werbung machen wollen, gibt es jetzt Werbebanner und Buttons mit Quelltext zum Einbinden.

Archiv

Die alte Homepage des Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit steht zur Recherche online.


Stadt Köln plant Räumung des Autonomen Zentrums

29.03.11 - 08:45 Uhr

In der Nacht von Sonntag auf Montag erreichte das Autonome Zentrum Köln-Kalk eine Nachricht aus zuverlässigen Quellen über eine geplante Räumung am Dienstag in den Morgenstunden. Die ehemalige KHD Kantine in der Wiersbergstraße 44 wurde am 16. April 2010 von der „Kampagne Pyranha" und Unterstützer_innen besetzt und hat sich im vergangenem Jahr als Autonomes Zentrum für unkommerzielle Kunst, Kultur und Politik erfolgreich etabliert. Das Gebäude ist noch in Besitz einer Tochterfirma der Sparkasse KölnBonn. Diese hatte sich jeglicher Verhandlungsbereitschaft verweigert. Nach der Auflage der EU-Kommission zur Neuordnung der Sparkasse, soll das Gebäude, samt dem gesamten KHD-Gelände, durch die Stadt Köln von der Sparkasse zurückgekauft werden. Anscheinend will die Stadt Köln - namentlich Ex-Polizeipräsident und Oberbürgermeister Jürgen Roters - sich wenige Tage vor der Umsetzung davor drücken selber als Eigentümerin mit den Besetzer_innen des Autonomen Zentrum zu verhandeln und gab den Weg frei für den Polizeieinsatz. Die Forderung nach einem geeigneten Gebäude wurde an die Stadt Köln bereits im Januar 2009 herangetragen. Die Besetzung eines leerstehenden Hauses war aus der Sicht der Kampagne eine notwendige Konsequenz. "Seit fast einem Jahr existiert in Köln-Kalk nun ein Ort für unkommerzielle Kunst, Kultur und autonome Politik für Kino, Vorträge und Diskussionen, Treffen, Konzerte und Parties gestaltet von weit über hundert verschiedenen Menschen genutzt und besucht von Tausenden. Dies zeigt den Bedarf nach einem Autonomen Zentrum besser als jedes noch so perfekt formulierte Nutzungkonzept." so Hanna, eine Besetzerin. Von der Kölner Lokalpoltik fordert sie nun eine politische Zusicherung.. Im Haus jedenfalls bereitet man sich vor und ruft Unterstützer_innen auf zu kommen und die Räumung zu verhindern. Bereits im Sommer 2010 konnten die Besetzer_innen erfolgreich eine Räumung verhindern, von der sie frühzeitig erfuhren. Vom Plenum des Autonomen Zentrums wurde hierfür ein Aktionskonsens formuliert: „Von den BesetzerInnen wird keine Eskalation der Räumungssituation angestrebt. Dies beinhaltet, dass von Seiten der BesetzerInnen kein aktiver Widerstand gegen die Räumung geleistet wird. Es ist allerdings in Ordnung und erwünscht, die Entschlossenheit der Besetzung durch körperliche Präsenz zu demonstrieren. Dazu gehört es auch, sich der konkreten Räumung passiv zu widersetzen.“ Dazu Hanna: „Das staatliche Spiel der Gewalt spielen wir nicht mit, doch werden wir der Zerstörung unseres Hauses nicht tatenlos zuschauen! So gesehen hat der Kampf für ein Autonomes Zentrum gerade erst begonnen – denn nach dem Haus ist vor dem Haus!“

Nachtrag: Soeben erreichte unsere Redaktion die Nachricht, dass die Räumung morgen stattfinden soll. Zur Stunde finden sich um AZ UnterstützerInnen ein, die die Räumung verhindern wollen.

Quelle