Räumung der freien Antonia in Freiburg
:: RUBRIK:FREIRÄUME ::
-das bpm setzt sich für die "Erkämpfung und Erhaltung von Freiräumen" ein. -beschlossen auf der VV am 7.3.09 in HH.
s. Arbeitsprogramm 09/10.
Am 15. Mai 2009 wurde das ehemalige Altenheim in der Kirchstraße 16, das seit zwei Jahren leer stand, besetzt und in ein Wohn- und Kulturprojekt verwandelt. Die ehemals angrenzenden Häuser in der Kirchstraße 12 und 14 wurden bereits abgerissen, dort entstehen derzeit neue Einfamilienhäuser. Haus Nummer 16 konnte bisher nicht abgerissen werden, da es unter Denkmalschutz steht.
Das Anliegen der Besetzter_innen war es im Haus zu leben und einen offenen, unkommerziellen Raum für verschiedenste Initiativen und Gruppen zu schaffen, einen Freiraum, der einen emanzipatorischen Gegenpol zur wirtschaftsorientierten Politik Freiburgs setzt. Viele Nutzer_innen wohnten zum ersten Mal in der Nähe der Innenstadt, denn die hohen Mieten sind für viele unerschwinglich. Die Besetzung sollte ein Schritt zu einem selbstbestimmten Zusammenleben unabhängig von Einkommen und Eigentum sein.
In den letzten Tagen haben sich von Kindern bis Rentner_innen über 70 fast 200 Menschen das Haus angesehen. Sie nutzten das kulturelle Angebot und aßen in der Volxküche. Die Anwohner_innen berichteten von den architektonisch und sozial als unpassend empfundenen Luxusneubauten.
Am heutigen 19. Mai wurde die Freie Antonia, von einem Großaufgebot der Polizei geräumt. Trotz eines offenen Briefes und anderen Kontaktversuchen meldete sich der bis zum Vortag noch unbekannte Eigentümer nicht. Er stellte Anzeige und verhinderte so die Schaffung von günstigen Wohnraum und die Möglichkeit einer unkommerziellen Nutzung. Im Haus wurden 45 Personen festgenommen, dutzenden Unterstützer_innen erhielten Platzverweise.
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