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Pfreundschuh-Vortrag zu Wissenschaft und Emanzipation

11.02.10 - 21:35 Uhr

Donnerstag, 11.2. // 16 Uhr
Campus Bockenheim der Uni Frankfurt
(genauere Ortsangabe folgt / bzw. hier)

Wissenschaft und Emanzipation

Vortrag und Diskussion mit Wolfram Pfreundschuh (München)

Fraglosigkeit, mit der Wissenschaft sich ihrem Gegenstand zuwendet, offenbart ihr affirmatives Interesse. Indem sie lediglich Fakten assoziiert und verallgemeinert, verfolgt sie blind die allgemeine Notwendigkeit, den Fortbestand der bestehenden Verhältnisse zu sichern. Wissenschaft, die nicht als fragendes Subjekt kenntlich ist, kann Objektivität nur durch eine Objektivität erklären, die unendlich bestimmt, also endlos wirken soll und dem Subjekt immer überlegen bleibt.

Kritische Theorie hinterfragt solche natürlich scheinende Wirklichkeit und geht von einem erkennenden Subjekt aus, das sich seiner Welt gewiss werden muss, weil diese seine Selbstgewissheit enteignet, ihm als objektive Macht begegnet, subjektiv Entfremdung betreibt.

In diesem Workshop geht es um die kritische Begriffsbildung einer emanzipatorischen Wissenschaft. Am Beispiel des Wertbegriffs im “Kapital“ von Karl Marx zur Grundlegung einer Kritik der politischen Ökonomie wird eine Wissenschaftlichkeit vorgestellt, deren grundlegende Implikation eine praktische Position der Emanzipation der Menschen vom Kapitalismus ist. Diese Art der Begriffsbildung, welche ihren Ursprung in einer Philosophie der Entfremdung hat, wird auf kritische Begrifflichkeit überhaupt übertragen. Es werden damit die Grundlagen einer Logik beschrieben, welche in einer Dialektik abstrakter Formbestimmungen aufgeht, die durch inhaltliche Bestimmtheit überwindbar werden.

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der aus studentischem Protest entstandenen Norbert-Wohlheim-Universität (NWU) und stellt im wöchentlichen Worksshopprogramm den Auftakt zum Thema dar.

Für die Finanzierung der Veranstaltung bedankt sich das bpm beim AStA der Uni Gießen als Bündnispartner.