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Gentrifizierung in Berlin: Nordneukölln und Alt-Treptow im Visier

11.03.10 - 08:50 Uhr

Der Norden Neuköllns verändert sich rasant. Die Mieten steigen, Kneipen und Cafés eröffnen. Zahlungskräftigeres Publikum zieht her. Damit einher geht auch eine beginnende Verdrängung der bisherigen Bevölkerung. Gentrification, so nennt sich das stadtpolitische Phänomen, das ähnlich und zum Teil weiter fortgeschritten auch in anderen Berliner Bezirken wie Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg beobachte werden kann. Maßnahmen des Berliner Senats wie die Quartiersmanagements und die Ausrufung von Sanierungsgebieten schieben diesen Prozess an und begleiten ihn.

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen hat sich die Avanti-Sozial-AG Ende letzten Sommers in Neukölln umgeschaut und ein Radiofeature produziert, das über die aktuelle Situation aufklären und die wichtigen Akteure benennen will. Es wurden u.a. Interviews mit dem Quartiersmanagement Reuterkiez und dem Vorsitzenden von Haus und Grund Neukölln geführt. Wir wollen so noch einmal nachdrücklich auf die Entwicklung nicht nur in Nordneukölln, sondern in Gesamtberlin aufmerksam machen: denn überall innerhalb des S-Bahn-Rings steigen die Mieten.Radiofeature zum runterladen: Nordneukölln in den Kollwitzplatz verwandeln? (53 min.).

Begleitend zum Radiofeature gibt es ein kleines Booklet (pdf) mit vielen Informationen und einer stadtpolitischen Positionierung der AVANTI-GRuppe in Berlin.

weiterlesen auf dem Gentrification-Blog

Unterdessen ergreift die Stadt auf Grund des fehlgeschlagenen Quartiersmanagement die Intiative: Im Schillerkiez gibt es seit Ende 2009 ein neues Projekt namens "Task Force Okerstraße". Das Projekt stellt einen "Zusammenschluss von Quartiersmanagement, Bezirksamt, Polizei, Schulen sowie weiteren Behörden und Initiativen [dar]. Die einzelnen Organisationen wollen mit verschiedenen Interventions- und Präventionsmaßnahmen vorgehen: In Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendamt betreuen SozialarbeiterInnen die Kinder und Jugendlichen und bieten Freizeitbeschäftigungen an." Ob das Projekt gegen die sich aus zunehmender sozialen Spannungen, die Schere zwischen arm und reich, Gentrifizierung, ... etwas ausrichten kann, scheint vor dem Hintergrund zunehmender Gegenarbeit von Profitorientierung mehr als fraglich.

Während in Nordneukölln die "Fronten" klar zu sein scheinen, outet sich der Berliner Wohnungsbauträger "Stadt und Land" als "Gentrificator": In Alt-Treptow sollen die Mieten allein im April um 9-20 % steigen. Die AnwohnerInnen sind empört - doch wenn die Kasse klingelt scheint alles in den Hintergrund zu treten...

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Im Hamburg ist ein Ergebnis der Intiative "Recht auf Stadt", dass am 7. April eine öffentliche Anhörung zum Thema Gentrifizierung geben wird. Als Gäste geladen: Dieter Läpple (HCU), Jürgen Oßenbrügge (Uni Hamburg), Heinrich Stüven (Grundeigentümer-Verband Hamburg), Jens Dangschat (TU Wien), Martin Brinkmann (steg), Marc Meyer (mhm), Andrej Holm (Uni Ffm.

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