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Neues Deutschland: Schattenparker ohne Vorstand

07.02.10 - 12:18 Uhr

von Björn Kietzmann

Staatliche Repression gefährdet den Fortbestand der Freiburger Wagenburg

Die rund 50 Bewohner von Freiburgs größtem selbstverwalteten Wagenplatz fühlen sich in die Enge getrieben. Polizeiliche Repression bedroht den Fortbestand der Wagenburg Schattenparker.

 

Freiburg im Breisgau gilt als grünes und alternatives Städtchen, quasi als Exot im tiefschwarzen Süddeutschland. Überhöhte Mieten, der Wunsch nach Selbstbestimmung, das Leben in einer großen Gemeinschaft, Mobilität und Unabhängigkeit – die Motive der Bauwagen-Bewohner sind unterschiedlich, doch sie eint die bewusste Entscheidung, in Bauwägen Leben zu wollen. Das Leben auf dem Wagenplatz ist deutlich näher an der Natur als in der üblichen Stadt-Wohnung. Viele Wägen sind mit Solaranlagen ausgerüstet und das Regenwassern dient als Brauchwasser.

Vor wenigen Tagen erhielten die Vorstandsmitglieder des Schattenparker-Trägervereins Strafbefehle. Ihnen wird ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen. Die drei Betroffenen legten hieraufhin geschlossen ihre Mandate nieder. Laut den Schattenparkern ist es durch die Strafbefehle »quasi unmöglich«, Nachfolger zu finden. Ohne neuen Vorstand ist das weitere Bestehen des Trägervereins ebenso gefährdet wie der Wagenplatzes als Ganzes.