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indy: Solidarität mit «Priama dija»

01.04.10 - 10:27 Uhr

Seit mehr als einem halben Jahr steht die unabhängige StudentInnen-Gewerkschaft «Priama dija» aus der Ukraine unter permanentem Verfolgungsdruck, der nach einer Serie von erfolgreichen Aktionen gegen Gebührenerhöhungen und die Senkung von Leistungen für StudentInnen begann. In der Folge haben ukrainische Geheimdienste zusammen mit der Verwaltung der National Taras Shevchenko University in Kyiv (Kiew) eine Kampagne gegen die AktivistInnen der Gewerkschaft begonnen. Alle verfügbaren Mittel werden gegen sie in Stellung gebracht. Die AktivistInnen in Kiew haben u.a. die FAU-IAA im Arbeitskampf im Kino Babylon Mitte unterstützt. Nun brauchen sie eure Unterstützung:

In den letzten sechs Monaten wurde AktivistInnen damit gedroht,dass ihren Eltern die Arbeit gekündigt würde. Andere Mitglieder derGewerkschaft wurden der Universität verwiesen, UnterstützerInnen wurdeneingeschüchtert und es gab Einschüchterungen seitens der Geheimdienste.

In privaten Gesprächen deuteten einige VerwaltungsmitarbeiterInnen an,dass sie „Druck von oben erhalten hätten“. Einige bezeichneten dasrundweg als „einen Krieg“. Selbst solche Kleinigkeiten wie dieEinrichtung eines Film-Clubs in der Fakultät wurden ohne Angabe vonGründen verboten.

Die Verwaltung wies u.a. die Security an, einer Reihe von AktivistInnender Gewerkschaft den Zutritt zum Kernbereich der Universität zuverbieten und verstößt damit gegen das freie Zugangsrecht fürGewerkschaftsmitglieder.

Es wurde eine allgemeine Athmosphäre totaler Kontrolle in der „bestenUniversität des Landes“ durchgesetzt. Alle Zeichen von Unzufriedenheitwerden unverzüglich eliminiert. Auch nur andeutungsweiter Protest gegendie ausufernden Gebührenerhöhungen wurde brutal unterdrückt. NachAngaben der Gewerkschaft «Priama dija» wurden mehrere StudentInnen indiesem Zusammenhang exmatrikuliert.

Die aktuellen Zustände stehen mit einem alarmierenden Umstand inVerbindung. Faktisch wird die National Taras Shevchenko University vomVice-Rektor Bugrov V.A. geleitet, der nach Informationen derGewerkschaft gleichzeitig seit 1989 ein Agent des UkrainischenGeheimdienstes SBU (Ex-KGB) ist. Das ist besonders vor dem Hintergrundder Tatsache pikant, dass der ehemalige Leiter der SBU, VolodymyrNalyvaichenko, zugesichert hatte, dass er alle ehemaligen KGB-Agentenaus den weiterführenden Bildungseinrichtungen des Landes zurückgezogenhabe.

Im Kampf für eine freie Universität und gegen die Unterdrückung derStudentInnen, die sich gegen Gebührenerhöhungen und die zunehmendeBenachteiligung von StudentInnen aus Arbeiterfamilien zur Wehr setzen,ruft die Gewerkschaft «Priama dija» zur Solidarität auf.

Protestschreiben

In dieser Datei (Download mit rechter Maustaste) finden sich die Texte und Adressen, andie ihr Protestschreiben verschicken könnt. Wir möchten euch bitten,davon ausführlich Gebrauch zu machen!

Weitere Infos

Website von «Priama dija». Dort findet ihr u.a. auch eine englischsprachige Selbstdarstellung der Gewerkschaft.

 betriebliche Basisorganisierung gerichtlich untersagt - 08-01-10 12:58