Hände weg vom besetzen Haus in Erfurt!
Solidaritätserklärung des bpm
Das bündnis für politik- und meinungsfreiheit (bpm) solidarisiert sich mit den Nutzer_innen des besetzten Hauses in Erfurt. Das seit acht Jahren bestehende Projekt ist seit der Urteilsverkündung der Räumungsklage vom 3.4.2009 von der Räumung bedroht.
Das seit 2001 besetzte Gelände, zu diesem Zeitpunkt notverwaltet und 2007 an die Domicil Hausbau GmbH und Co KG aus Mühlhausen verkauft, soll einem Einkaufscenter und Wohn- beziehungsweise Bürokomplexen weichen und damit als wichtiger selbstverwalteter Freiraum in Erfurt beseitigt werden.
Statt alternativer Kultur und gesellschaftskritischen Lebenskonzepten ihren Raum zu geben, wird wieder einmal Freiräumen für anders Denkende ein Riegel vorgeschoben, ohne dabei andere Möglichkeiten für eine freie Lebensgestaltung zu garantieren.
Besondere Brisanz erhält die gegenwärtige Situation durch ihre historische Dimension: Auf dem Gelände der Firma „Topf und Söhne“ wurden während der Zeit des Nationalsozialismus Krematorienöfen für Konzentrations- und Vernichtungslager gefertigt. Eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit dieses Ortes, wie sie durch die derzeitigen Nutzer_innen praktiziert wird, ist für einen geschichtsbewussten und kritischen Umgang mit dem Gelände unerlässlich. Durch die private Inverstorin scheint diese offensive Auseinandersetzung mit der Geschichte jedoch hinter rein wirtschaftliche Verwertbarkeitsziele zurückzutreten.
Das bpm fordert von Stadt und privater Investorin, den Bewohner_innen den nötigen Freiraum auf dem betreffenden Gelände zu garantieren. Wenn Freiräume für Kritik, Reflektion und selbstbestimmte Lebensführung von Obrigkeit und Staatsmacht nicht garantiert werden, müssen wir diese erkämpfen. In diesem Sinne unterstützt das bpm die Nutzer_innen des besetzten Hauses in Erfurt bei ihren Bemühungen und erklärt nochmals ausdrücklich seine Solidarität.
Nähere Infos zum besetzen Haus Erfurt: http://topf.squat.net



