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Berlin: Liebig 14 vor der Räumung

07.01.10 - 18:40 Uhr

(Quelle: http://de.indymedia.org/2010/01/270524.shtml?c=on#c622946)

Nachdem bereits am 24. November 2009 ein der besetzte Freiraum in der Brunnenstraße 183 gleichzeitig mit einem sich im Haus befindlichen Umsonstladen geräumt wurde, steht nun ein weiterer Freiraum vor der Räumung: Liebig 14.

Das Haus in der Liebigstraße 14 wurde 1990 nach Leerstand besetzt und erlangte 1992 Einzelmietverträge mit der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain (WBF). Seit der Besetzung bietet das Projekt gemeinschaftlich verwalteten Wohnraum für Menschen verschiedenster Altersgruppen und Herkunft sowie Platz für kulturelle Veranstaltungen und politisch- emanzipatorische Arbeit. Im Jahr 1999 wurde das Haus an die LiLa GbR verkauft, bestehend aus den Gesellschaftern Suitbert Beulker und Edwin Thöne. Mit dem Eigentümerwechsel begann eine Reihe von aggressiven Maßnahmen gegen die Bewohner_innen und die kollektive Wohnform. Wie z.B. die Räumung der Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss 2007 und dem Abbau einer Zwischentür im Treppenhaus, welche von den BewohnerInnen notwendigerweise anstelle der einzelnen Wohnungstüren eingesetzt worden war. Diese musste letztendlich auch als Kündigungsgrund herhalten.

Bereits am 13. November 2009 fand nun der letzte Prozess gegen die Bewohner_innen der Liebig 14 statt. Dieser juristische Kampf gegen die neuen Eigentümer, der Eigentümer-Gesellschaft Lila GbR des Unnaer Kinderschutzbund-Geschäftsführers Edwin Thöne, ist verloren. Noch im gleichen Monat folgten Hausdurchsuchungen in verschiedenen Wohnprojekten in Friedrichshain, bevor das Projekt in der Brunnenstaße 134 geräumt wurde. Doch der Kampf um den Freiraum Liebig 14 und weitere Projekte in Berlin und anderswo geht weiter!

Die Bewohner_innen der Liebig 14 wollen das Haus nicht still und leise räumen lassen! Stattdessen planen sie vom 29. Januar bis 4. Februar ein großes Festival/Happening, um der Politik und der Bevölkerungmit breiter Öffentlichkeitswirkung zu zeigen, dass Freiräume in einer von Gentrifikation gebeutelten Stadt wichtig sind. In dieser Zeit soll es neben Kundgebungen auch ein Open-Air-Festival geben. Für dieses wird noch Unterstützung gesucht. Wie das Projekt Liebig 14 unterstützt werden kann, erfahrt ihr mit einer eMail.

Das bpm solidarisiert sich mit allen besetzten Freiräume hier und anderswo, nur wenn wir gemeinsam den Kampf gegen die Unterdrückung und Repressionen gegenüber alternativen Lebens- und Wohnformen aufnehmen, können wir etwas verändern.

 

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